Chronische Beckenschmerzen
Beckenschmerzen
(CPP – chronische Beckenschmerzen) sind ein Problem, das weltweit Millionen von Frauen und Männern betrifft.
Es handelt sich um einen chronischen Zustand, der Schmerzen und zahlreiche andere unangenehme Symptome im Beckenbereich verursacht.
Beckenschmerzen können
- in der Leiste,
- im Unterbauch,
- im Kreuzbein,
- im Steißbein,
- in der Scheide oder
- im Enddarm
auftreten und sich auch auf den Oberschenkel, den unteren Rücken oder das Gesäß ausbreiten.
Die Art der Schmerzen kann dumpf, stechend oder pulsierend sein und sie können entweder dauerhaft oder vorübergehend auftreten.
Die Symptome des Beckenschmerzsyndroms können von Person zu Person sehr unterschiedlich sein.
Das häufigste Symptom ist der Schmerz im Beckenbereich, aber es kommen auch urologische (z. B. häufiger Harndrang, schmerzhaftes Wasserlassen, Schwierigkeiten beim Starten oder Stoppen des Harnflusses), gynäkologische, proktologische, gastrointestinale (z. B. Verstopfung, Durchfall), muskuläre, neurologische Symptome und sexuelle Funktionsstörungen (z. B. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr) häufig vor.
Die Ursache des chronischen Beckenschmerzsyndroms ist oft unbekannt (mehrere Faktoren können gleichzeitig zur Entstehung der Krankheit beitragen), aber es gibt viele bekannte Faktoren, die die Entstehung der Symptome begünstigen können. Dazu gehören: Funktionsstörungen der Beckenbodenmuskulatur, Nervenschädigungen, Nervenbeteiligung, Entzündungen, Traumata, langes Sitzen, Haltungsprobleme, Operationen im Beckenbereich, sexueller Missbrauch, psychologische Faktoren, einige Autoimmunerkrankungen und vieles mehr.
Für die Behandlung ist ein multidisziplinärer Ansatz notwendig, der die Probleme umfassender aufdecken und lösen kann.
Physiotherapie bei Beckenschmerzen:
Als Beckenboden-Physiotherapeutin arbeite ich daran, für Frauen mit Beckenschmerzen eine individuelle, sichere und effektive Therapie zu finden, die ihre Genesung unterstützt.
Es ist mir wichtig zu verstehen, wie sich die auftretenden Probleme und Schmerzen auf ihren Alltag auswirken und welche Gefühle sie während ihrer Beschwerden erleben.
Meine therapeutische Arbeit besteht nicht nur aus Behandlungen, sondern auch darin, den Patientinnen und Patienten zu helfen, ihren Körper besser zu verstehen und bewusst auf ihre Gesundheit zu achten.
Auch die Aufklärung ist ein wichtiger Teil eines erfolgreichen therapeutischen Prozesses. Körperliche und seelische Aspekte müssen gleichermaßen in den Heilungsprozess einbezogen werden. Beckenschmerzen sind ein äußerst komplexes Problem, da neben körperlichen auch emotionale und psychische Faktoren bei ihrer Entstehung und Aufrechterhaltung eine Rolle spielen können.
Bei chronischen Beckenschmerzsyndromen (CPPS) ist häufig eine Funktionsstörung der Beckenbodenmuskulatur zu beobachten. Überaktive oder verspannte Beckenbodenmuskeln sind oft verkürzt, weisen schmerzhafte Triggerpunkte auf, haben einen erhöhten Ruhetonus und eine geringe Muskelkraft.
Physiotherapeutische Anamnese
Eine ausführliche physiotherapeutische Anamnese und körperliche Untersuchung ist notwendig – einschließlich einer speziellen Untersuchung der Beckenstrukturen und der Beckenbodenmuskulatur.
Für die Behandlung aller Beckenbodendysfunktionen, auch bei einem Beckenschmerzsyndrom, ist eine manuelle Untersuchung über die Scheide oder den Enddarm sehr empfohlen.
Die Behandlung des Beckenschmerzsyndroms umfasst üblicherweise die folgenden Schritte:
- Zunächst verschaffen wir uns ein umfassendes Bild Ihrer aktuellen gesundheitlichen Situation. Dabei berücksichtigen wir alle relevanten Faktoren, die Ihr Wohlbefinden beeinflussen können.
- Im Anschluss daran erfolgt eine ausführliche Beratung. Wir erklären Ihnen die identifizierten Faktoren und besprechen, wie Sie diese positiv beeinflussen oder reduzieren können.
- Ein wichtiger Bestandteil ist die körperliche Untersuchung Ihres Rückens, des Beckens und der Hüftgelenke. Gegebenenfalls kann auch eine Untersuchung der Beckenbodenmuskulatur sinnvoll sein.
Physiotherapeutische Anamnese
Mögliche physiotherapeutische Maßnahmen können sein:
* Atemtechniken
* Manuelle Therapie
* Schmerzlindernde und entspannende Strategien
* Aufklärung über die Anatomie und Funktion des Beckenbodens
* Dehnübungen