Wie sich Beckenschmerzen zeigen können

Chronische Beckenschmerzen (CPP) betreffen weltweit Millionen von Frauen und Männern.

Es handelt sich um einen chronischen Zustand, der Schmerzen und zahlreiche andere unangenehme Symptome im Beckenbereich verursacht.

Anatomisches Modell des Beckenbereichs

Wo können Schmerzen auftreten?

Beckenschmerzen können in unterschiedlichen Bereichen auftreten:

  • in der Leiste
  • im Unterbauch
  • im Kreuzbein
  • im Steißbein
  • in der Scheide
  • im Enddarm

Sie können sich auch auf den Oberschenkel, den unteren Rücken oder das Gesäß ausbreiten.

Wie können sich die Schmerzen anfühlen?

Die Art der Schmerzen kann dumpf, stechend oder pulsierend sein und sie können entweder dauerhaft oder vorübergehend auftreten.

Mögliche Begleitbeschwerden

Die Symptome des Beckenschmerzsyndroms können von Person zu Person sehr unterschiedlich sein.

Neben Schmerzen im Beckenbereich können weitere Beschwerden auftreten:

Blase und Wasserlassen
Urologische Symptome, zum Beispiel häufiger Harndrang, schmerzhaftes Wasserlassen oder Schwierigkeiten beim Starten oder Stoppen des Harnflusses.
Darm und Verdauung
Proktologische und gastrointestinale Symptome, zum Beispiel Verstopfung oder Durchfall.
Muskulatur und Nerven
Muskuläre und neurologische Symptome.
Gynäkologie und Sexualität
Gynäkologische Symptome und sexuelle Funktionsstörungen, zum Beispiel Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Mehrere Faktoren können zusammenspielen

Die Ursache des chronischen Beckenschmerzsyndroms ist oft unbekannt. Mehrere Faktoren können gleichzeitig zur Entstehung beitragen. Es gibt verschiedene bekannte Einflüsse, die Beschwerden begünstigen können.

  • Funktionsstörungen der Beckenbodenmuskulatur
  • Nervenschädigungen
  • Nervenbeteiligung
  • Entzündungen
  • Traumata
  • langes Sitzen
  • Haltungsprobleme
  • Operationen im Beckenbereich
  • sexueller Missbrauch
  • psychologische Faktoren
  • einige Autoimmunerkrankungen

Beckenschmerzen sind ein äußerst komplexes Problem, da neben körperlichen auch emotionale und psychische Faktoren bei ihrer Entstehung und Aufrechterhaltung eine Rolle spielen können.

Was mir in der Physiotherapie wichtig ist

Als Beckenboden-Physiotherapeutin arbeite ich daran, mit dir eine individuelle, sichere und effektive Therapie zu finden, die deine Genesung unterstützt.

Dabei ist mir wichtig zu verstehen, wie sich deine Probleme und Schmerzen auf deinen Alltag auswirken und welche Gefühle du während deiner Beschwerden erlebst.

Meine therapeutische Arbeit besteht nicht nur aus Behandlungen, sondern auch darin, den Patientinnen und Patienten zu helfen, ihren Körper besser zu verstehen und bewusst auf ihre Gesundheit zu achten.

Den eigenen Körper verstehen

Auch die Aufklärung ist ein wichtiger Teil eines erfolgreichen therapeutischen Prozesses. Körperliche und seelische Aspekte müssen gleichermaßen in den Heilungsprozess einbezogen werden.

Die Rolle des Beckenbodens

Bei chronischen Beckenschmerzsyndromen (CPPS) ist häufig eine Funktionsstörung der Beckenbodenmuskulatur zu beobachten.

Überaktive oder verspannte Beckenbodenmuskeln sind oft verkürzt, weisen schmerzhafte Triggerpunkte auf, haben einen erhöhten Ruhetonus und eine geringe Muskelkraft.

So gehen wir gemeinsam vor

Eine ausführliche physiotherapeutische Anamnese und körperliche Untersuchung ist notwendig – einschließlich einer speziellen Untersuchung der Beckenstrukturen und der Beckenbodenmuskulatur.

Die Behandlung des Beckenschmerzsyndroms umfasst üblicherweise die folgenden Schritte:

  1. Deine Situation verstehen

    Zunächst verschaffen wir uns ein umfassendes Bild deiner aktuellen gesundheitlichen Situation. Dabei berücksichtigen wir alle relevanten Faktoren, die dein Wohlbefinden beeinflussen können.

  2. Zusammenhänge besprechen

    Im Anschluss daran erfolgt eine ausführliche Beratung. Wir erklären dir die identifizierten Faktoren und besprechen, wie du diese positiv beeinflussen oder reduzieren kannst.

  3. Körperlich untersuchen

    Ein wichtiger Bestandteil ist die körperliche Untersuchung deines Rückens, des Beckens und der Hüftgelenke. Gegebenenfalls kann auch eine Untersuchung der Beckenbodenmuskulatur sinnvoll sein.

Mögliche Maßnahmen in der Therapie

Mögliche physiotherapeutische Maßnahmen können sein:

  • Atemtechniken
  • Manuelle Therapie
  • Schmerzlindernde und entspannende Strategien
  • Aufklärung über die Anatomie und Funktion des Beckenbodens
  • Dehnübungen
Dein Anliegen besprechen